Herbst im Burgenland: Genusszeit zwischen Weinbergen, Uhudler & regionaler Küche
Herbst im Burgenland – das bedeutet für uns goldene Weinberge, sanfte Hügel, klare Luft und natürlich ganz viel Genuss. Wenn die Trauben gelesen werden, der erste Sturm ins Glas kommt und in den Küchen wieder Sterz, Strudel und andere herzhafte Klassiker aufgetischt werden, zeigt sich das Burgenland von einer seiner schönsten Seiten.
Wir waren diesmal im Südburgenland unterwegs und durften ein Wochenende erleben, das kulinarischer kaum hätte sein können. Im Mittelpunkt: das Sterz.Strudel.Sturm.Festival auf Schloss Tabor. Dazu kamen eine echte Uhudlerernte, Übernachten beim Winzer, eine typisch burgenländische Jause, Schokolade, Bio-Brot und ganz viele Begegnungen mit Gastgeberinnen und Gastgebern, die für ihre Region brennen.
Kurz gesagt: ein Wochenende ganz nach unserem Geschmack!
Sterz.Strudel.Sturm.Festival auf Schloss Tabor
Sterz, Strudel und Sturm – mehr Burgenland geht im Herbst eigentlich kaum. Genau diese drei Klassiker standen beim Sterz.Strudel.Sturm.Festival auf Schloss Tabor im Mittelpunkt. Das beliebte Festival, dass bereits mehrfach stattfand, verwandelte die historische Location für zwei Tage in eine Bühne für burgenländische Genusskultur. Neben regionalen Spezialitäten gab es Live-Musik, eine Sterz-Kochshow und natürlich frisch gekelterten Sturm.
Schloss Tabor – historische Kulisse mitten im Grünen
Allein die Location ist einen Ausflug wert. Schloss Tabor liegt in Neuhaus am Klausenbach, eingebettet in die sanfte Hügellandschaft des Naturparks Raab-Örség-Goricko und damit mitten im Dreiländereck Österreich, Ungarn und Slowenien. Seine Geschichte reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Heute ist das Schloss ein besonderer Kulturstandort und Schauplatz von Konzerten, Theater, Operette und kulinarischen Veranstaltungen.
Besonders schön ist der Innenhof – und genau dort wurde beim Festival gekocht, verkostet, musiziert und gemeinsam der Herbst gefeiert.
Sterz, Strudel und Sturm – so schmeckt das Burgenland
Kulinarisch konnten wir uns einmal quer durch die burgenländische Küche kosten. Der Sterz spielte dabei natürlich die Hauptrolle. Was früher ein einfaches Bauernessen war, ist heute wieder echtes kulinarisches Kulturgut. Beim Festival zeigte sich, wie vielseitig das vermeintlich einfache Gericht sein kann. Wir probierten unterschiedliche Varianten – vom Kartoffelsterz über Heidensterz bis zum Bohnensterz. Dazu eine wärmende Schwammerlsuppe und schon ist das burgenländische Herbstgericht perfekt. Bei der Live-Sterz-Kochshow konnte man außerdem direkt zusehen, wie der Klassiker zubereitet wird. Genau solche Programmpunkte mögen wir besonders, denn hier wird traditionelle Küche nicht nur serviert, sondern auch erklärt und weitergegeben.
Mindestens genauso vielfältig präsentierte sich der Strudel. Pikant, herzhaft, süß, klassisch oder kreativ interpretiert – Strudel geht für uns sowieso immer. Beim Festival reichte die Auswahl von deftigen Varianten bis zu unterschiedlichsten süßen Strudelkreationen. Eines der Highlights war der Blutwurststrudel vom Bio Weingut Winkler-Hermaden, dazu gab es Zwetschgenkuchen. Winkler-Hermaden ist in Kapfenstein im steirischen Vulkanland zuhause und bewirtschaftet seine Weingärten biologisch-regenerativ.
Frischer Sturm gehört zum Herbst einfach dazu
Was wäre ein Herbstfest ohne Sturm? Eben! Beim Festival konnten wir sowohl roten als auch weißen Sturm verkosten. Mehrere Produzenten schenkten den jungen, noch gärenden Wein aus. Mit dabei waren unter anderem der Weinhof Zieger sowie Obstgarten Nikles aus Kukmirn. Natürlich blieb es nicht ausschließlich beim Sturm. Auch klassische Weine konnten verkostet werden. So lässt sich wunderbar vergleichen, was gerade erst im Entstehen ist und was nach Vinifikation und Reife später ins Glas kommt.
Genau diese Kombination aus ehrlicher regionaler Küche, Wein, Sturm, Musik und historischem Ambiente macht das Festival für uns so charmant. Kein steifes Gourmetevent, sondern ein unkompliziertes Genussfest, bei dem man probiert, plaudert und dabei ganz nebenbei viel über die kulinarischen Traditionen des Burgenlandes erfährt.
Herbst im Burgenland – warum jetzt die perfekte Reisezeit ist
Nach dem Festival ging unsere Genussreise weiter. Denn Herbst im Burgenland bedeutet viel mehr als Sturm und Wein. Die Landschaft wird ruhiger, die Weinberge färben sich, überall wird gelesen, verarbeitet und eingekocht. In Buschenschänken und Gasthäusern kommen wieder kräftigere Gerichte auf die Karte und in den Weingütern beginnt eine der spannendsten Zeiten des Jahres.
Gerade das Südburgenland gefällt uns mit seinen sanften Hügeln, kleinen Weingärten und der wunderbar unaufgeregten Atmosphäre besonders gut. Hier muss nicht alles laut und spektakulär sein. Genuss passiert oft ganz selbstverständlich: bei einem Glas Wein, einer Brettljause oder einem Gespräch mit den Winzern.
Schlafen beim Winzer: Wein Domizil Zieger
Unser Zuhause für die Genussreise war das Wein Domizil Zieger. Der Weinhof der Familie Zieger verbindet Wein und Urlaub und liegt ganz im Süden des Burgenlandes. Die gemütlichen Appartements sind ein idealer Ausgangspunkt für eine kulinarische Entdeckungstour durch die Region. Am Morgen starten wir entspannt mit Frühstück, bevor es hinaus in die Weinberge geht.
Und wir hatten besonderes Glück: Wir durften hier die typische Uhudlerernte miterleben. Trauben lesen, direkt im Weingarten stehen und sehen, wie viel Handarbeit hinter einer Flasche Wein steckt – solche Erlebnisse bleiben hängen. Vor allem beim Uhudler, denn kaum ein anderer Wein erzählt so viel über das Südburgenland.
Uhudler – ein echtes Original aus dem Südburgenland
Am Uhudler kommt man hier nicht vorbei – und das ist auch gut so. Der charakteristische Wein wird aus sogenannten Direktträgerreben gewonnen. Das bedeutet, dass die Rebstöcke nicht auf eine andere Unterlage gepfropft sind, sondern auf ihren eigenen Wurzeln wachsen. Seine Geschichte hängt eng mit der Reblauskrise des 19. Jahrhunderts zusammen. Damals kamen reblausresistente amerikanische Reben nach Europa. Im Südburgenland blieben einige dieser Reben erhalten und wurden direkt zur Weinproduktion genutzt.
Typisch für Uhudler sind seine intensiven fruchtigen Aromen, die an Waldbeeren, Himbeeren und Erdbeeren erinnern können. Heute gehört er zu den kulinarischen Aushängeschildern des Südburgenlandes. Wir finden: Wer im Herbst im Südburgenland unterwegs ist, sollte Uhudler nicht nur trinken, sondern unbedingt auch die Menschen und Geschichten dahinter kennenlernen.
Typisch burgenländische Weinjause in der Uhudlerei Mirth
Genau dafür ist die Uhudlerei Mirth in Eltendorf eine wunderbare Adresse. Der Familienbetrieb verbindet Gasthaus, Weingut und Buschenschankkultur. Wir machten es uns bei einer klassischen Jause gemütlich: gutes Brot, Käse, verschiedene Aufstriche und Bohnensalat – unkompliziert, regional und genau richtig nach einem Tag zwischen Weinbergen und Genussstationen.
Dazu natürlich ein Glas Wein beziehungsweise Uhudler. Was uns hier besonders positiv aufgefallen ist: das wirklich tolle Preis-Leistungs-Verhältnis. Man bekommt ehrliche, regionale Küche, gute Weine und herzliche Gastfreundschaft – ohne viel Schnickschnack.
Und weil ein süßer Abschluss niemals fehlen darf, gab es noch Nuss-Eisknödel. Sehr mächtig, sehr köstlich und definitiv eine Empfehlung für Naschkatzen.
Süße Zwischenstation: Pralinenmanufaktur Spiegel
Vom Wein zur Schokolade ist es bekanntlich kein weiter Weg – zumindest auf unseren Genussreisen. Eine kurze, aber sehr süße Station führte uns zur Pralinenmanufaktur Spiegel in Bad Tatzmannsdorf. Hier entstehen in Handarbeit feine Pralinen. Besonders spannend: In der Manufaktur werden auch Führungen angeboten. Dabei bekommt man einen Blick hinter die Kulissen und erfährt mehr über die Entstehung und Verarbeitung von Schokolade. Wir genossen eine herrlich cremige Trinkschokolade – genau das Richtige für einen kühleren Herbsttag.
Innovatives Bäckereikonzept: Ringhofer in Pinkafeld
Ein weiteres Highlight unserer Reise wartete in Pinkafeld: die Bio-Bäckerei Ringhofer. Und Bäckerei ist hier eigentlich fast zu wenig gesagt. Ringhofer steht für Bio-Brot, handwerkliches Backen und ein modernes, innovatives Konzept.
Die besondere Location verbindet Shop, Bäckerei und einen lässigen Treffpunkt für den ganzen Tag. Hier kommt man am Morgen auf Kaffee und Gebäck vorbei, holt sich Feinkost und Brot, bleibt auf eine Jause oder einen Lunch und genießt die unkomplizierte Atmosphäre. Dazu gibt es täglich wechselnd auch ein Mittagsmenü – perfekt für alle, die gutes Handwerk schätzen, aber trotzdem unkompliziert und modern essen möchten.
Uns haben vor allem die besondere Location und die tollen Gastgeber begeistert. Alles wirkt zeitgemäß, hochwertig und trotzdem herrlich entspannt. Dazu ein Glas Sprudel oder Wein und schon wird aus dem schnellen Bäckereibesuch ganz automatisch ein längerer Genussstopp.
Genau solche Konzepte mögen wir: ganztägig, unkompliziert und trotzdem qualitätsbewusst. Ein Ort, an dem man morgens genauso gerne sitzt wie mittags oder am Nachmittag und an dem traditionelles Bäckerhandwerk nicht altmodisch, sondern richtig lässig präsentiert wird.
Unser Fazit: Genussherbst im Burgenland
Der Herbst im Burgenland hat seinen ganz eigenen Rhythmus. Es ist Erntezeit und Sturmzeit. Die Weinberge leuchten golden, in den Kellern wird gearbeitet und in den Küchen kommen jene Gerichte auf den Tisch, die seit Generationen zur Region gehören. Sterz, Strudel, Bohnen, Pilze, kräftige Jausen und süße Mehlspeisen treffen auf jungen Sturm, klassische Weine und natürlich den legendären Uhudler.
Das Sterz.Strudel.Sturm.Festival auf Schloss Tabor bringt genau dieses Lebensgefühl wunderbar auf den Punkt: regionale Produzenten, traditionelle Gerichte, Musik, Live-Kochen und ein Glas Sturm in der Hand – und das alles in einer historischen Kulisse mitten im südburgenländischen Hügelland.
Unsere Reise hat aber auch gezeigt, wie vielfältig die Region inzwischen ist. Traditionelle Uhudlerkultur trifft auf moderne Winzer-Appartements, klassische Jause auf innovative Genusskonzepte und altes Bäckerhandwerk auf einen lässigen Ganztages-Treffpunkt. Dazwischen: Menschen, die gerne Gastgeber sind.
Und genau das bleibt für uns nach diesem Wochenende hängen. Das Burgenland muss Genuss nicht groß inszenieren. Er ist einfach da – im Weingarten, beim Frühstück, im Glas Sturm, im noch warmen Brot, beim Sterz aus der Pfanne und beim letzten Stück Strudel.
Herbst im Burgenland? Für uns ganz klar eine der schönsten und vor allem köstlichsten Zeiten für eine Genussreise.






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