Wie hier bereits mehrfach erzählt, darf ich mich {nach wie vor voller Stolz!} als Genussbotschafterin der Salzkammergut Fischrestaurants bezeichnen. Die offizielle Genussbotschaft hatte ich 2017 inne, die Funktion trägt man ein Leben lang. So haben wir, wie in verschiedenen Reiseberichten, das wunderschöne Oberösterreich als Urlaubsregion kennengelernt! Klar, Salzkammergut, Seengegend {in der ich ja selbst lange genug gewohnt habe} ist bekannt. Dabei hat Oberösterreich als Urlaubsregion so einiges zu bieten. Gesagt, getan – hatten wir im Frühling am Traunsee beschlossen, das Bundesland wieder zu besuchen. Denn  ehrlicherweise war ich nur einmal in Linz zum Arbeiten und auch so kenne ich die Donauregion und das vor allem kulinarisch spannende Bundesland viel zu wenig. Wir verbringen vier Tage auf Kulinarikreise in der Donauregion mit einem Abstecher in Linz, entdecken dabei zahlreiche Ecken, Platzerln, Gasthöfe und Donauhighlights, von denen wir euch heute berichten dürfen. Nach vier Tagen Reise mit Übernachtungen, Abendessen, Ausflügen und auch Hofbesichtigungen weiß nich noch nicht ganz genau, wie ich euch diese Fülle an Infos, Restauranttipps und Co. aufbereiten soll. So entstand die Idee, dies wie bereits auf Zypern in „Must See, Must Be und Must Eat“ zu unterteilen. Weil wir so viele spannende Geschichten mit nach Hause gebracht haben, kommt noch das „Must Know” dazu.


Donaufisch-Spezialitäten


Unser kulinarische Entdeckungsreise an der Donau beginnt – natürlich beim Essen und natürlich auch an der Donau. Unser Ziel: das Kloster und Stift Engelszell, wo Liköre und Bier hergestellt werden. Auf dem Weg dorthin halten wir direkt an der Donau {deren Dimensionen mir hier zum ersten Mal bewusst werden} beim Gasthof Luger, der für seine Donaufisch-Spezialitäten bekannt ist. Auf der Sonnenterrasse essen wir fein mit Ausblick auf den Donauradweg und die Donau selbst. Wir sehen den riesigen Passagierschiffen beim stromauf- und abwärtsfahren zu und bestellen – natürlich Donauregion Fisch! Im Gasthof Luger werden unkomplizierte, heimische Fischgerichte serviert. Das schätzen Einheimische, wie auch die vielen „Donauradler“, die auf über 150 Kilometern perfekter Rad-Infrastruktur an Passau durch das bayrisch-oberösterreichische Donautal finden. Wir sind mit dem Auto unterwegs, denn wir sind ja schließlich zum Genießen und Entdecken hier. Meine Eltern sind den Donauradweg aber schon mit Begeisterung gefahren.

Carlettos Brachse {ein typischer Donaufisch} ist knusprig gebraten, kommt mit Petersilkartoffeln und einem gemischten Salat auf den Tisch. Passend zum Urlaubsbeginn lassen wir uns ein Glas Weißwein zum Fisch schmecken. Wie immer kann ich mich nicht entscheiden – so wird’s der Dreifischteller und ich koste mich einmal durch Donauhuchen, Zander und Hecht. Eine gute Wahl.


Stift Engelszell


Weiter geht´s für uns in {Schweige}Kloster. Im Ernst: wer mich kennt, weiß, dass das keine fünf Minuten gut gehen würde. Muss es zum Glück auch nicht, denn wir werden sehr herzlich und freudig im Stift Engelszell an der Klosterpforte begrüßt. Der 1293 gegründete Stift ist seit 125 Jahren ein sogenanntes „Trappistenkloster“. Heute leben dort fünf Trappistenmönche, die ihr Leben dem Gebet und der Arbeit widmen. Eine dieser Arbeiten ist der stiftseigene Klosterlikör und seit 2012 auch das Trappistenbier. Wir dürfen kosten und nach aufschlussreicher Kirchenführung auch die Produktion besichtigen. Los ging alles mit dem Rezept eines Schweizer Apothekers, nachdem die Engelszeller Trappisten 1929 ihren berühmten Magenbitter herstellen. Seither ist das Sortiment auf viele Sorten, darunter klare Schnäpse und Liköre herangewachsen. Darunter auch verschiedene Fruchtsorten wie Granatapfel, Kirsch-, Marillen oder Waldbeerlikör, und auch cremige Sorten wie Schoko und Haselnuss. Letzterer hat es mir angetan. Herrlich cremig und geschmacklich wunderbar. Carletto greift bei der „grauen Eminenz“ zu, nicht nur der Name, sondern auch der Geschmack des Mohnlikörs überzeugt. Im Anschluss besichtigen wir die Brauerei und verkosten das hauseigene Bier, welches nach den strengen Trappistenregeln von den Mönchen selbst oder in ihrer Umgebung gebraut wird. Vom Schweigekloster sind wir aber weit entfernt, denn wir unterhalten uns bestens mit den weltoffenen Mönchen, die sich neben ihren Arbeitsaufgaben auch zahlreichen sozialen Projekten widmen. Stift Engelszell ist nicht nur wegen der köstlichen Biere und Liköre einen Besuch wert. Stift und Kloster sind beeindruckend, materielles und immaterielles Erbe auf höchstem Niveau.


Wir bleiben hochprozentig! Sauwald Wodka


Wir machen uns über die Schlögener Donauschlinge, die mit ihrer Dimension sicher eine der beeindruckendsten Naturschauspiele Österreichs ist, auf den Weg in Richtung Sauwald. Die Donau schlängelt sich hier durch das enge Tal und bildet nahezu einen Kreis. Must See, wenn man in der Donauregion unterwegs ist. Sie ist nicht umsonst eines der, wenn nicht das berühmteste Motiv der Donau. Neben der Schlinge sicher mindestens so berühmt ist die Donauzille. Seit zweihundert Jahren werden im Donautal Zillen gebaut, früher gab es viele Werkstätten, heute sind es nur noch zwei. Eine davon besuchen wir auf Anraten des Wirtes. Gesagt, getan stehen wir in der Werkstatt von Zillenbauer Königsdorfer. Nach alter Handwerkstradition wird jede einzelne Zille individuell und von Hand gefertigt. Das ursprüngliche Arbeitsboot an der Donau ist heute vielfältig im Einsatz. Früher hatte jeder an der Donau eine Zille. So wie heute das Auto dienten sie zur Fortbewegung und zum Gütertransport am Wasser. Noch heute werden sie von Hand in der Werkstatt gebaut. Manche nützen die Zille sogar als Abenteurerboot und fahren damit bis ans Schwarze Meer.

Nach dem Zwischenstopp besuchen wir Jungbauer Martin Paminger. Er veredelt die Sauwald Erdäpfel in reinster Form, stellt im Donautal den Sauwald-Wodka, stilecht abgefüllt in der schrägen Flasche, her. Ursprungsprodukt ist die von ihm auf seinem Erdäpfel Acker angebaute Kartoffelsorte „Freya“, die auch wir in unseren Paul Potato Erdäpfeltürmen gezogen haben. Martin erzählt uns, dass die Gegend ideal für den Erdäpfelanbau ist, so sind seine Sauwald Erdäpfel nicht nur veredelt als Wodka ein Genuss. Dass seine Idee keine „Schnapsidee“ ist, sondern in der Zwischenzeit ein echter Geheimtipp, beweisen die Auszeichnungen sowie die Beliebtheit des Sauwald Wodkas, dessen schräge Flasche an die Erdäpfelhänge des Sauwalds erinnert.

 


Revita Hotel Kocher


Nach diesen vielen Eindrücken und Stationen der Donauregion freuen wir uns jetzt auf dem Weg ins Revita Hotel Kocher auf einen gemütlichen Abend und  einen feinen Abendausklang. Im sehr persönlich geführten Familienhotel lassen wir unseren Tag mit einem Sprung in den Outdoorpool ausklingen, bevor wir das fünf-Gang-Abendmenü genießen. Wir genießen marinierten Ziegenkäse, Prosciutto und Melone nach dem Gruß aus der Küche. Nach Suppen und Salaten vom großzügigen Buffet lasse ich mir einen gebratenen Saibling auf herrlichem Kräuterrisotto schmecken, während Carletto Medaillons mit Pfefferrahmsauce und Erdäpfelkrapfen {mache ich sicher nach!} genießt. Ein Nussparfait mit Fruchtspiegel rundet unser Menü ab und ich hätte wetten können, dass ich dort den Engelszeller Nusslikör wieder herausgeschmeckt habe. Wir fallen nach diesem langen, spannenden Entdeckungstag nach einem Glas Wein an der Bar todmüde ins Bett und freuen uns bereits auf weitere kulinarische und sehenswerte Stationen in der Donauregion.


Hier geht’s zu Tag zwei in der Donauregion


All diese köstlichen Tipps und noch viele weitere kulinarische Highlights und mehr finden sich im Heft „Kostbarkeiten und Köstlichkeiten – an der schönen blauen Donau von Passau bis Grein“, wo die Besucher der Donauregion die besten Produkte, die tollsten Locations und die schönsten Ausblicke finden können.